Stimme der Eltern findet Gehör

  • Jugendamtselternbeirat übergibt Ergebnis einer Online-Umfrage an Landrat Müller
Foto: Wollen gemeinsam die Qualität der Kitas weiter verbessern – Landrat Manfred Müller, Jugendamtsleiter Günther Uhrmeister, JAEB-Vertreterinnen Stefanie Schreiber-Weber (Landesdeligierte NRW), Bianca Gödecke (1. Vorsitzende), Katharina Schumacher (Jugendhilfeausschuss)
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Kreis Paderborn (krpb). Wie zufrieden sind Eltern und Kinder im Paderborner Land mit den hiesigen Kindergärten? – das wollte der Jugendamtselternbeirat (JAEB) des Kreises Paderborn wissen und startete eine Online-Umfrage unter den Kitas des Kreises und der Stadt Paderborn. Die ersten Auswertungen aus den 770 ausgefüllten Fragebögen übergaben die Vorsitzenden des JAEB nun an Landrat Manfred Müller.

„Die Kleinsten in unserer Gesellschaft sind unser aller Zukunft, für die es zu kämpfen lohnt“, freut sich Landrat Müller über das Engagement des JAEB und die große Beteiligung der Eltern. Ausführlich diskutierte Müller sowie der Leiter des Kreisjugendamtes, Günther Uhrmeister, mit den Vertreterinnen des JAEB, Bianca Gödecke, Stefanie Schreiber-Weber und Katharina Schumacher, die Fragen und Anregungen aus der Umfrage. Neben viel Zufriedenheit wurden von den befragten Eltern auch einige Kritikpunkte benannt.

Die personelle Aufstellung in den Einrichtungen rief die meiste Kritik hervor. Nur 39 Prozent der Umfrage-Teilnehmer beurteilten diese mit „gut“. 38 Prozent hingegen finden sie nur „ausrechend“ und 22 Prozent sogar „ungenügend“. Besonders wurde hervorgehoben, dass dies zu Problemen bei Urlaub oder Krankheit des Personals führe, da die verbleibenden Erzieher den Ausfall nicht auffangen können und somit weniger Zeit für die individuelle Förderung bleibt. „Der Fachkräftemangel macht sich auch im Bereich der Kinderbetreuung bemerkbar und das Problem wird voraussichtlich noch stärker zunehmen“, erklärt Günther Uhrmeister. Um dem Mangel an Fachkräften entgegen zu wirken, müssten attraktive Rahmenbedingungen für das pädagogische Personal geschaffen werden. „Dies“, so verdeutlicht der Jugendamtsleiter, „haben aber weder die Einrichtungen selbst noch der Kreis in seinen Händen. Hier ist der Gesetzgeber gefragt, die gesetzlichen Anforderungen entsprechend zu definieren und das Finanzbudget hierfür zur Verfügung zu stellen.“

Besonders gut kommt bei den Eltern die Ankündigung des Landes NRW an, dass zukünftig das zweite Kita-Jahr eines Kindes ebenfalls beitragsfrei bleiben soll. Die Freude darüber verbinden die Eltern in der Umfrage aber auch gleich mit der Mahnung, dass dies nicht zu Lasten des Personaleinsatzes gehen darf. „Ich glaube, dass dies ein deutliches Signal nach Düsseldorf ist. Für viele Eltern spielt die finanzielle Ersparnis durch ein weiteres beitragsfreies Jahr im Vergleich zur Qualität der Betreuung in den Einrichtungen eine untergeordnete Rolle“, betont Landrat Müller.

Mit den Öffnungszeiten sind 62 Prozent der Befragten zufrieden, 29 Prozent halten sie für ausreichend und 8 Prozent für ungenügend. Bemängelt wurden vor allem die starren Bring- und Abholzeiten sowie die Schließzeiten für Ferien und Fortbildungen. Insbesondere für Alleinerziehende, so zeigt die Umfrage, ist dies belastend. Das Essen war ein weiterer Punkt, der teilweise kritisiert wurde. Wobei es hier offensichtliche Unterschiede in den einzelnen Kitas gibt. „Wir werden uns alle Kritikpunkte ansehen und an Verbesserungen arbeiten“, sichert Müller den beiden Elternvertretern zu. 

An der Umfrage haben sowohl Eltern teilgenommen, deren Kinder Einrichtungen in der Stadt Paderborn besuchen, als auch Eltern aus dem übrigen Kreisgebiet. Nur die zweite Gruppe fällt unter die Zuständigkeit des Kreises. „Wir werden zusammen mit dem JAEB daran arbeiten, die Ergebnisse zwischen Kreis und Stadt zu differenzieren. Natürlich werden wir die Auswertung für die Stadt Paderborn auch den dortigen Verantwortlichen zukommen lassen“, verspricht Kreisjugendamtsleiter Uhrmeister.

„Wir freuen uns, dass die Stimme der Eltern beim Kreis Gehör gefunden hat“, sagen Bianca Gödecke, Stefanie Schreiber-Weber und Katharina Schumacher und danken dem Landrat, dass er sich die Zeit für einen ausführlichen Austausch mit den Elternvertretern genommen hat.

Der Landrat  des Kreises Paderborn
PRESSEMITTEILUNG
– 31.07.19 –

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